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11. – 15.3.2019 (Montag – Freitag), Frankfurt am Main

Trinkwasserqualität Made in Germany: Intelligente Gebäudetechnik macht es möglich

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Die Qualität unseres Trinkwassers ist sehr gut. Zu diesem Ergebnis kommt das Umweltbundesamt (UBA) in seinem aktuellen Trinkwasserbericht, der 2015 veröffentlicht wurde. „Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken – insbesondere aus großen Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität“, erklärte UBA-Präsidentin Maria Kautzberger zur Veröffentlichung des Berichtes.

Leider ist das Thema „Trinkwasserqualität – Made in Germany“ damit jedoch nicht erledigt. Denn in den Untersuchungen des UBAs wurden vorrangig Proben zentraler Wasserwerke unter die Lupe genommen, die mehr als 1.000 Kubikmeter Wasser abgeben oder mehr als 5.000 Personen versorgen. In welcher Qualität das kostbare Nass tatsächlich beim Endverbraucher ankommt, hängt jedoch nicht nur von der Lieferung der Versorger, sondern auch vom sogenannten „letzten Meter“ ab – also dem Weg im Gebäude vom Hausanschluss bis zur Entnahmearmatur. Hier drohen Gefahren für die Hygiene des Trinkwassers und es gilt, zahlreiche nationale und internationale Anforderungen zu erfüllen.

Wann ist Wasser sauber?

Die europäische Trinkwasserrichtlinie und die deutsche Trinkwasserverordnung haben beide ein zentrales Ziel: Den Schutz der menschlichen Gesundheit und die Vermeidung von Verunreinigungen jeglicher Art. Wasser gilt dem entsprechend dann als sauber, wenn es die Gesundheit nicht negativ beeinträchtigt. Eine Voraussetzung dafür ist die Einhaltung der vorgeschriebenen Grenzwerte. Dies wiederum bedingt weitere Voraussetzungen, deren Einhaltung für die Hygiene wichtig ist:

1.    Wasser muss fließen

Wenn Wasser zirkuliert oder regelmäßig ausgetauscht wird, erschwert das die Bildung von Biofilmen, in denen sich Keime und Bakterien bilden können

2.    Wasser muss die richtige Temperatur haben

Ist das Kaltwasser zu warm oder das Warmwasser zu kalt, können sich Legionellen bilden. Die stäbchenförmigen Bakterien vermehren sich vorzugsweise im stagnierenden Wasser zwischen 25 und 55 Grad; sie können Lungenentzündungen verursachen und damit zum Tode führen.

3.    Werkstoffe und Materialien in Kontakt mit Trinkwasser müssen hygienisch geeignet sein

Armaturen, Rohrleitungen und weitere Bauteile der Trinkwasserinstallation kommen in direkten Kontakt mit Trinkwasser – damit sind sie im Grunde nichts anderes als eine Lebensmittelverpackung. Diese darf keine Stoffe ins Trinkwasser abgeben, die eine Gefährdung für die Gesundheit darstellen oder zur Überschreitung von Grenzwerten führen.  

Den Produkten und ihren Werkstoffen und Legierungen kommen somit eine ganz besondere Bedeutung zu. Welche Materialien für welche Zwecke verwendet werden dürfen, bestimmt in Deutschland das Umweltbundesamt.

Die Armaturenindustrie und ihr Beitrag zur Trinkwasserqualität

Laut Trinkwasserverordnung ist der Betreiber bzw. der sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage für die Wasserqualität verantwortlich. Hält er sich nicht an die Vorgaben der Verordnung, begeht er eine Ordnungswidrigkeit und es drohen Geldbußen von bis zu 25.000 Euro.

De facto sind allerdings die Armaturenhersteller in der Pflicht. Sie müssen mit ihren Produkten zum einen dazu beitragen, dass die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten werden. Zum anderen müssen sie aber auch die vom Umweltbundesamt geführten Werkstoff-Positivlisten erfüllen. Als Produzenten einer Lebensmittelverpackung ist es ihre Aufgabe, die hohe Trinkwasserqualität „Made in Germany“ zu bewahren.

Dies tun sie, indem sie sich nicht nur bei der Herstellung an der vom UBA geführten Metallpositivliste orientieren, sondern diese aktiv mitgestalten: So hat die Industrie unter dem Dach des VDMA diverse Werkstoffe identifiziert, die für die Produktion von Armaturen und Bauteilen benötigt werden. Diese wurden zunächst aufwändigen Prüfungen unterzogen und im Anschluss beim UBA zur Aufnahme in die Metallpositivliste eingereicht. Darüber hinaus hat die deutliche Mehrheit der Unternehmen bereits vor Jahren ihre Produktion umgestellt und sieht keine Probleme in der Erfüllung der Anforderungen.

Ihr Beitrag zur Trinkwasserqualität bezieht sich allerdings nicht nur auf die Verwendung spezieller Legierungen, sondern auch auf die Entwicklung intelligenter Gebäudearmaturen.

Sichern, steuern, regeln: Gebäudearmaturen im Fokus

In der Hausinstallation sind zahlreiche Komponenten verbunden – etwa das Trinkwasser- und das Heizungssystem. Damit an diesen „Schnittstellen“ keine gefährdenden Flüssigkeiten wie Heizungswasser in die Trinkwasserinstallation gelangen, werden beispielsweise Systemtrenner zwischengeschaltet. Diese Sicherungseinrichtungen tragen damit erheblich zum Schutz der Trinkwasserhygiene bei.

Gebäudearmaturen können aber noch viel mehr: Als Teile eines automatischen Wassermanagements gewährleisten sie optimale Trinkwasserhygiene und sorgen gleichzeitig für mehr Komfort und Sicherheit. Ein Beispiel: Damit die Warmwassertemperatur zur Vermeidung von Legionellenbildung auf mindestens 55 °C gehalten werden kann, darf das Wasser nicht stagnieren. Dies verhindern zum einen Automationsstationen, die die Einhaltung einer ausreichend hohen Zirkulationstemperatur gewährleisten. Zum anderen helfen Hygienespülsysteme, dass das Wasser stetig fließt und in Bewegung ist. Über die Parameter Zeit, Temperatur und Volumen kann der Nutzer kontrollierte Wasserwechsel durchführen, die einer Verkeimung entgegenwirken. Dank vernetzter Gebäudetechnik erfolgt die Bedienung einfach über Smartphone, Tablet oder Laptop; Störungsfälle werden auf Wunsch direkt per E-Mail gemeldet.

Ein intelligentes Wassermanagementsystem sorgt nicht nur für optimale Trinkwasserhygiene, sondern auch in anderer Hinsicht für Sicherheit: In Deutschland gibt es täglich 3.000 Wasserschäden, die hohe Kosten verursachen. Eine clevere Hausinstallation beugt undichten Leitungen, überlaufenden Badewannen und Rohrbrüchen vor. So überwachen Leckageschutz-Systeme im Sekundentakt den aktuellen Wasserkonsum und gleichen die Messwerte mit einem voreingestellten Sollwert ab. Wird letzterer überschritten, kommt es unverzüglich zu einer Sperrung des gesamten Leitungssystems.

Egal, in welchem Bereich sie tätig sind, ein gemeinsames Ziel verbindet die Gebäudearmaturenhersteller: Die Bestnote „Sehr gut“ für das Trinkwasser soll nicht nur für die Wasserversorger, sondern auch für das Trinkwasser an der Entnahmestelle gelten.

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