Schnelleinstiege

11. – 15.3.2019 (Montag – Freitag), Frankfurt am Main

Trinkwasserqualität hat oberste Priorität

Nachhaltiger Einsatz von Wasser und Energie im Haushalt

Nachhaltige Sanitärtechnologien fördern nicht nur einen sinnvollen Umgang mit Wasser, sie helfen auch Energie einzusparen und schonen so die Haushaltskasse. Diese Einsparungen dürfen jedoch nicht zu Lasten der Trinkwasserhygiene gehen, denn Wasser muss fließen.

„In Deutschland verfügen wir über ausreichend Trinkwasser. Darum gilt hierzulande: Trinkwasserqualität vor Wassersparen. In vielen Ländern der Erde ist Wassermangel jedoch Realität und wird sich aufgrund des Klimawandels eher noch verschärfen. Dort ist Wassersparen essentiell“, erklärt Volker Röttger von Geberit. Ein bewusster Umgang mit Ressourcen ist dennoch auch in Deutschland erstrebenswert und wirkt sich positiv auf die Haushaltskasse aus. Denn für den Wasserfluss und insbesondere für die Warmwasserbereitung ist auch Energie notwendig, die in Form von Strom-, Öl-, oder Gaskosten zu Buche schlägt.

Wasser- und energiesparende Technologien

Die Anforderungen an Sanitärlösungen sind aufgrund der regionalen Gegebenheiten je nach Land sehr unterschiedlich. Die deutsche Sanitärindustrie bietet ein breit aufgestelltes Portfolio, mit dem die individuellen Anforderungen vor Ort nachhaltig gelöst werden können. Innovative Mengenregler senken z. B. den Wasserverbrauch ohne Komfortverlust um bis zu 50 Prozent. „Dabei fließt so viel Wasser wie nötig, und so wenig Wasser wie möglich, um ein optimales Gleichgewicht zwischen Einsparungen und Trinkwasserhygiene zu schaffen“, erklärt Bianca Federer von Neoperl. Auch Wassersparer in Duschbrausen kommen immer häufiger zum Einsatz. Mengenregler sind in vielen hochwertigen Markenarmaturen bereits enthalten, können jedoch auch nachträglich leicht angebracht werden.

Moderne Thermostate ermöglichen außerdem eine bequeme Voreinstellung der gewünschten Wassertemperaturen. Der Verbrauch von Wasser und Energie zur Regulierung der Temperatur wird so minimiert. Modernste Anwendungen ermöglichen zusätzlich die digitale Voreinstellung der abzugebenden Wassermenge. So kann der Wasserverbrauch ganz bewusst gesteuert werden.

Auch für Toiletten- und Urinalspülungen sowie für Waschtischarmaturen gibt es smarte Lösungen für den schonenden Ressourceneinsatz. So kommen moderne Zwei-Mengen-Spülungen schon mit drei Litern für die kleine Spülmenge aus. Zum Vergleich: In den 60er-Jahren wurden bei jedem Spülvorgang rund 14 Liter verbraucht. Einige Urinale benötigen dank modernster Technik weder Wasser, noch Strom oder Chemie: „Eine spezielle Membran lässt Flüssigkeiten restlos abfließen und schließt sich danach sofort wieder, um unangenehmen Gerüchen vorzubeugen“, erklärt Dr. Ronald Herkt von Keramag. Der Wasserfluss von Waschtischarmaturen lässt sich durch clevere Click-Kartuschen ganz einfach vom Verbraucher selbst steuern. Hebt man den Hebel bis zum Klick an, fließen 50 Prozent der möglichen Wassermenge, überwindet man den Widerstand, fließt das volle Volumen. Auch Wasserenthärtungsanlagen können den Energieverbrauch senken: „Schon ein Kalkbelag von einem Millimeter lässt den Energieverbrauch um gut zehn Prozent ansteigen“, erklärt Nico Biskup von Grünbeck.   

Sparen ja, aber nicht zu Lasten der Trinkwasserhygiene

Wasser zu sparen klingt im ersten Moment bedingungslos richtig, doch wird die Wassermenge zu stark reduziert, drohen Gefahren für die Trinkwasserhygiene. „In Deutschland sind viele Abwasserrohre, Kanalisationssysteme und Klärwerke stark überdimensioniert. Sie sind auf höhere Wasserverbräuche ausgelegt, da wassersparende Technologien früher nicht so weit fortgeschritten waren“, erklärt Joachim Hildebrand von Mepa. In bestimmten Gegenden und z. B. in Altbauten kann Wassersparen gelegentlich zu schlecht ablaufendem Wasser und in Wasserzulaufleitungen im Extremfall zu Korrosionsbildung, einer erhöhten Konzentration von Schwermetall und zur Entstehung von Keimen führen. „Vielen Verbrauchern sind diese Zusammenhänge nicht klar. Hier besteht ein hoher Aufklärungsbedarf seitens der Kommunen, Stadtwerke, Architekten und Installateure. Natürlich hoffen wir auf eine Optimierung der Infrastrukturen, damit sich die modernen Technologien zur Wassereinsparung in Zukunft noch besser durchsetzen können“, fährt Hildebrand fort.

Auch Reinhard Bartz von Franke Aquarotter betont: „Eine ausreichend hohe Wasseraustauschrate ist eine Voraussetzung für einwandfreies Trinkwasser. Besonders wichtig ist die Vermeidung von Stagnation und von kritischen Temperaturen. Beidem kann durch ausreichenden Wasserfluss vorgebeugt werden.“ Um die richtige Balance zwischen Ressourcenschonung und Trinkwasserhygiene zu gewährleisten, arbeiten zahlreiche moderne Armaturen mit sogenannten Hygienespülungen. Diese lösen den Wasserfluss aus, wenn zu lange kein Wasser entnommen wird und sichern so den nötigen Durchfluss.

WELL – Orientierungshilfe für den Verbraucher

Eine gute Orientierungshilfe für den Verbraucher bietet das WELL-Label. Es klassifiziert Armaturen für den privaten Gebrauch je nach Effizienz von A bis D, für den öffentlichen Betrieb von A bis F, und lehnt sich an das bekannte Energielabel von Elektrogeräten an. Dabei bewertet WELL ganz im Sinne der Trinkwasserhygiene nicht nur die reine Durchflussreduzierung, sondern auch Temperatur, Zeit, Spülprogramme sowie hygienische Aspekte. „Das WELL-Label unterscheidet sich damit maßgeblich von anderen am Markt befindlichen Klassifizierungen, da Wasser- und Energieersparnis in Korrelation zu Trinkwasserhygiene betrachtet werden“, erklärt Wolfgang Burchard von Blue Responsibility.

In Deutschland ist das Wassersparpotenzial schon recht weit ausgeschöpft. „Seit 1990 ist der Wasserverbrauch in deutschen Haushalten dank innovativer Sanitärtechnik um 17 Prozent gesunken“, erklärt Thomas Kreitel von Ideal Standard. Gerade durch die wechselseitige Beziehung von Wasser und Energie bergen Ressourceneinsparungen für Privathaushalte zwar ein finanzielles Einsparungspotenzial, „wichtig ist aber eine fachgerechte Beratung von qualifizierten Architekten, Planern und Installateuren, damit Einsparungen nicht zu Lasten der Trinkwasserhygiene gehen“, resümiert Wolfgang Burchard.

Mehr über Blue Responsibility erfahren Sie unter www.blue-responsibility.net.

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