Überspringen
ISH-2019-Water-Stage2-16-9
22. – 26. März 2021 Frankfurt am Main Jetzt informieren

Top-Themen ISH Water

Das Bad entwickelt sich zunehmend zu einer gesundheitsfördernden Oase, die sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Nutzer orientiert. Gleichzeitig werden Trinkwasserhygiene und intelligentes Wassermanagement im Zuge der aktuellen umweltpolitischen Fragestellungen immer wichtiger. Der weltweit größte Showroom für moderne Badkonzepte deckt beide Themenbereiche ab.

Intelligente Wassermanagement-Systeme – sichern, steuern, regeln

Ein intelligent vernetztes Zuhause, in dem alle Geräte des Sanitärbereichs via Smartphone oder Computer steuerbar sind, ist keine Fiktion mehr. Auch öffentliche Einrichtungen wie Hotels oder Bürogebäude verfügen längst über intelligente Trinkwassersysteme. Ein automatisches Wassermanagement gewährleistet optimale Trinkwasserhygiene und sorgt gleichzeitig für mehr Komfort und Sicherheit.

Die digitale Technologie ist ein Hilfsmittel, um Wasser zu steuern und mit Trinkwasser effizient und sicher umzugehen. Mit innovativen Systemlösungen können Funktionsabläufe nach zuvor eingestellten Parametern durchgeführt, überwacht und via Smartphone oder Computer ortsunabhängig gelenkt werden.

ISH-Besucher hält eine Hand unter einen Wasserhahn

Sauberes Wasser braucht Bewegung

Sobald Wasser über einen längeren Zeitraum stagniert, bilden sich Keime und Legionellen, die die Trinkwasserhygiene beeinträchtigen. Legionellen vermehren sich vorrangig im Temperaturbereich von 30 – 45°C. Damit die Temperatur auf mindestens 60 °C gehalten werden kann, darf das Wasser nicht stagnieren. Daher werden Automationsstationen für die Einhaltung einer ausreichend hohen Zirkulations-temperatur genutzt, die der Legionellenbildung entgegenwirkt. Gerade in öffentlichen Gebäuden, wie Schulen oder Event-Hallen, sind Sanitärräume von Schwankungen in der Nutzungsintensität und -dauer betroffen, die eine Verkeimung hervorrufen können. Hygienespülungen helfen, die Wasserqualität in der Hausinstallation nachhaltig zu sichern.

Bei der Gebäudeplanung geht man von einem statischen Betriebszustand aus. Tatsächlich ist das Nutzverhalten aber sehr dynamisch. Über die Parameter Zeit, Temperatur und Volumen werden kontrollierte Wasserwechsel durchgeführt, die eine Verkeimung verhindern sollen. Die Bedienung erfolgt über Webinterface via Smartphone, Tablet oder Laptop. Störungsfälle werden auf Wunsch direkt per E-Mail gemeldet. Mit ausgefeilter Steuerungs- und Regelungstechnik lassen sich per App Einstellungen zu Spülmengen und -intervallen von überall vornehmen.

Ob für den gesamten Bereich der Trinkwasseranlage oder als Einzellösung für Waschtisch, WC oder Urinal – mit Hilfe von internetgestützten Spülfunktionen sparen Eigentümer Kosten, da Gebäudetechniker die Kontroll-, Diagnose- und Einstellungsarbeiten von ihrem Büro aus realisieren können.

Besucher der ISH

Wassermanagement intelligent steuern

Wassermanagementsystem vernetzen mittlerweile alle Armaturen in öffentlichen Sanitärräumen funk- oder kabelbasiert miteinander. Manche Systeme können bis zu 64 Waschtisch-, Dusch-, WC- oder Urinal-Armaturen mit dem Herzstück des Systems, dem Wassermanagement-Server, verbinden.

Dank der grafischen Darstellung, Auswertung und Protokollierung kann der Anwender die Parameter der Hygieneprogramme und Armaturen jederzeit anpassen. Ein weiteres Konzept intelligenter Armatur-Steuerung ist die sogenannte Spitzenlastoptimierung. Während Spitzen-Nutzungszeiten in Stadien, Hotels oder in anderen Gebäuden, registriert das System in der Toilette oder in Waschräumen eine zunehmende Nutzerzahl und minimiert beispielsweise die Spülmenge am Urinal. Wenn die Frequenz abnimmt, erfolgt eine gründliche Generalspülung.

Smarte Früherkennung von Leckagen

Ein intelligentes Wassermanagementsystem sorgt nicht nur für optimale Trinkwasserhygiene, sondern auch für Sicherheit: In Deutschland gibt es täglich ca. 3.000 Wasserschäden, die hohe Kosten verursachen. Eine intelligente Hausinstallation beugt undichten Leitungen, überlaufenden Badewannen und Rohrbrüchen vor. Die Leckageschutz-Systeme überwachen im Sekundentakt den aktuellen Wasserkonsum und gleichen die Messwerte mit einem voreingestellten Sollwert ab. Wird letzterer überschritten, wird das gesamte Leitungssystem unverzüglich gesperrt und der Inhaber über die App informiert.

Diese und weitere Themen werden auf der ISH in den Hallen 4.0, 4.2 und 5 thematisiert. Im Bereich ISH Water informieren Hersteller über State of the Art-Lösungen der Trinkwasserhygiene, Materialität, zukunftsweisende Installationssysteme sowie Werkzeuge und Befestigungsmaterial.

Regenerative Energien für die Trinkwassererwärmung nutzen

Knapper werdende fossile Brennstoffe und eine gesellschaftliche Ausrichtung zu mehr Nachhaltigkeit haben in den letzten Jahren den Weg für regenerative Energiequellen geebnet. So kann Solarenergie unter anderem für die Warmwasserbereitung im eigenen Haus genutzt werden. Schwankende Temperaturen im Warmwasserspeicher gefährden jedoch die Trinkwasserhygiene. Daher ist es wichtig zu wissen, was es beim Einsatz von Solaranlagen zu beachten gilt.

Verpresste Kupferleitung mit Druckanzeige

Solare Trinkwasseranlagen stellen eine besondere Herausforderung dar, weil es jahreszeiten- und witterungsbedingt zu einer Unterschreitung der benötigten Temperaturen im Warmwasser kommen kann. Nach DVGW-Arbeitsblatt W 551 muss bei Großanlagen eine Warmwassertemperatur am Austritt des Trinkwassererwärmers von 60 Grad Celsius eingehalten werden. Gewährleistet die solare Trinkwasseranlage dies nicht, ist die Trinkwasserhygiene gefährdet. Wird die geforderte Mindesttemperatur unterschritten, kann es zu einer massenhaften Vermehrung von Legionellen kommen. Diese fühlen sich in Temperaturbereichen von 25 bis 55 Grad Celsius am wohlsten. Generell gibt es verschiedene Systeme zur Trinkwassererwärmung, doch nicht alle eignen sich gleichermaßen für eine Kombination mit solarthermischen Anlagen.

Schwierige Kombination: Speicher- und Speicherladesysteme sowie Solaranlagen

Gängig bei der Warmwasserversorgung eines Gebäudes sind beispielsweise Speicher-, Durchfluss- oder Speicherladesysteme, die sich vor allem hinsichtlich der Trinkwasserhygiene maßgeblich unterscheiden: Speichersysteme heizen Trinkwasser auf und bevorraten es bis zur Entnahme, während Durchfluss-Trinkwassererwärmer das Wasser erst bei der Zapfung erwärmen. Speicherladesysteme stellen eine Kombination aus beiden Modellen dar, bei denen es mindestens einen Wasserspeicher ohne integrierten Wärmetauscher gibt. Für alle Trinkwassersysteme gilt, dass sie so klein wie möglich und so groß wie nötig auszulegen sind. Vorteilhaft an Speichersystemen ist, dass mit einer relativ kleinen Heizleistung große Warmwassermengen erzeugt werden können, die verzögerungsfrei zur Verfügung stehen.

Hygiene- und Trinkwasserexperten raten jedoch davon ab, da es zu langen Stagnationszeiten kommen kann. Solaranlagen sollten bei dieser Art von System auf keinen Fall zugeschaltet werden, da sie das Risiko für eine Verkeimung weiter erhöhen. Dies regelt auch die DIN 1988-200. Speicher-Ladesysteme werden vorwiegend in größeren Liegenschaften eingesetzt. Auch wenn die gespeicherten Volumina hier kleiner sind als bei Speichersystemen, kann eine Kombination mit Solaranlagen nicht empfohlen werden.

Grafik zu Trinkwassererwärmung

Ein gutes Team: Solaranlagen und Durchflusssysteme

Aus hygienischer Sicht ist eine Lösung mit Durchfluss-Trinkwassererwärmern, die das Trinkwasser erst bei der Zapfung aufheizen, zu bevorzugen. Die Energie zur Warmwassererzeugung wird dabei durch einen Pufferspeicher auf der Heizungsseite realisiert. Bei Durchfluss-Trinkwassererwärmern besteht die Möglichkeit, regenerative Energiequellen wie Solaranlagen anzuschließen. Hierzu muss gemäß DIN 1988-100 Tabelle 2 mit einem Zwischenmedium gearbeitet werden. In Frage kommt beispielsweise eine solare Trennstation, die zwischen Solaranlagen und den Pufferspeicher geschaltet wird. Diese besteht hauptsächlich aus einem Trennwärmetauscher, Pumpen und Regelung. Die solare Trennstation verhindert, dass das mit Frostschutzmittel versetzte Wasser der Solaranlage in Kontakt mit dem Heizungswasser kommt.

Fachgerechte Planung und Beratung sichern die Trinkwasserhygiene

Generell sollten bei der nachhaltigen Planung von Warmwasserbereitung immer kompetente Fachplaner hinzugezogen werden. Bei der Anbindung von Solarkreisläufen muss sichergestellt werden, dass auch bei ungünstigen Wetterbedingungen die notwendige Warmwassertemperatur eingehalten werden kann. Dies kann beispielsweise durch den unterstützenden Einsatz einer konventionellen Heizungsanlage erfolgen. Wichtig bei Wasserspeichern, die solar gewonnene Energie bevorraten, ist auch die Absicherung durch einen speziellen Verbrühschutz. Die DIN EN 805 Teil 5 legt außerdem eine regelmäßige Wartung der Trinkwassererwärmer fest – zum einen aus hygienischen Gründen, zum anderen, um die einwandfreie Funktion und den effizienten Betrieb zu sichern.

Zukunftweisende Technik und die aktuellsten Themen für den Bereich Installationstechnik finden Sie auf der ISH in den Hallen 4.0, 5.0 und 5.1.

12 Farbtrends machen das Rennen im Badezimmer

Lifestyle bleibt Trend im Bad – die ISH 2019 wird so multitonal wie nie. Planer und die Industrie realisieren damit die Wünsche nach individuell und avantgardistisch gestalteten Badezimmern mit einer wachsenden Vielfalt an Oberflächen und überraschenden Arrangements. Ebenso ist bei Materialien Vielfalt angesagt: Neben Holz spielen vor allem Marmor und neuartige metallische Oberflächen eine Rolle. Dieser Trend bezieht sich auf Armaturen, Möbeloberflächen und Accessoires gleichermaßen.

Das individuelle Bad gestaltet sich ab 2019 bunter. Kondensiert und zugleich facettenreich zeigt das die Trendshow „Pop up my Bathroom“ inmitten der ISH. Aktuell wird Vielfarbigkeit bewusst als Gestaltungselement für Lifestyle-Bäder eingesetzt. Dabei werden tradierte Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt und mit verschiedenen, dominanten, kräftigen Farben und Kontrasten, unter anderem auch mit Farbkleksen, gearbeitet. Auf der ISH 2019 werden farbig provozierende Bäder zu sehen sein – von knalliger Sanitärkeramik bis hin zu transparenten Badmöbeln in Blau und Grün.

Ab 2019 machen 12 Farbtrends das Rennen im Badezimmer. Die ISH, Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima präsentiert sie unter anderem als Bestandteil der Trendshow „Pop up my Bathroom“. (Quelle: Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS); Messe Frankfurt Exhibition GmbH)

War in den letzten Dekaden minimalistische Zurückhaltung im Bad gerade in der Farbgebung ein Signal für Eleganz und Designbewusstsein, so ist es heute der Mut zur Farbe. Dabei bedeutet Farbe im Bad nicht unbedingt Buntheit – schon der Austausch der weißen Dominanz gegen ein neutrales Spektrum an Braun- und Grautönen, an Mischtönen oder auch kräftigeren Ton-in-Ton-Farbkonzepten bedeutet für das Badezimmer einen Evolutionsschritt in Richtung Lifestyle-Bad.

Den Kontrast zu reichen Farbtönen stellt Grau. Der Trend zu einem modernen Badezimmer mit langer Haltbarkeit lässt diese sanfte Farbe in das Badezimmer einziehen. Denn Grau ist eine ideale Ausgangsbasis für neutrale Interior-Gestaltung. Im Bad ist dieser Mischton kein Neuling. Doch in der kommenden Saison sind es gleich mehrere Graunuancen, die im zeitlos modernen Badezimmer Anwendung finden. Grau – diese Mischung aus Weiß, Schwarz und einem Schuss Geheimnis erweist sich als echtes Multitalent das praktisch jede Farbfamilie ergänzen kann.

Auch Greige ist aus dem Farbkanon moderner Architektur und Innenausstattung nicht mehr wegzudenken und erinnert an Natur und Landhaus, ein bisschen auch an New Yorker Loft-Fußboden. Es passt genauso zu verspieltem Vintage wie zu minimalistischem Industrial Style. Die Wortschöpfung Greige verweist auf die zwei Komponenten Grau und Beige und steht damit für das Farbprinzip, das in diesem Bad-Farbtrend den Ton angibt: eine Mischfarbe als moderner, neutraler Grundton, der stark harmonisierend wirkt. Greige steht beispielhaft für eine Kategorie von Farben im Bad, die mit einer zweiten Farbe eine dauerhafte Verbindung eingehen und etwas Neues schaffen.

Zudem zeichnet sich ein Comeback der Brauntöne ab. Immer öfter wählen Interior Designer natürliche Farben, die neutral und warm sind, um das Bad wohnlicher zu gestalten. Ähnlich wie bei Grau, ist die Formel: Bloß keine langweilige Reinfarbe wählen. Das Geheimnis liegt in den unterschwelligen Tönen – ob Schlamm, Lehm oder Terrakotta; Bronze oder Rost; Olive, Tannenwald oder Zedernholz; Puder oder Taupe. Braun lässt sich dabei in zweierlei Weise interpretieren: als organisch inspiriertes Spektrum, das häufig mit Naturmaterialien zu einem harmonischen Farbraum kombiniert wird, oder als Zitat historischer Stile, das künstlerisch eingesetzt wird.

Passend zur warmen Farbgestaltung setzt Gold optische Glanzlichter im Bad. Neben Platin und Kupfer avanciert das Edelmetall zu einem Highlight in der Badgestaltung. So werden beispielsweise Waschschalen mit echtem Blattgold beschichtet oder Wände in Goldfarben gehalten.

Schwarz ist weiterhin ein klares Statement von Individualität. Der Trend aus dem Einrichtungsbereich findet im Badezimmer immer mehr Liebhaber. Schwarz ist edel, elegant und modern zugleich. Im Materialmix mit Marmor – schwarzem, weißen oder besonders trendigem grünem Stein – und Leder wird Schwarz zum extravaganten Klassiker. In der rustikalen Kombination mit lackierten Metallmöbeln, Holz und Beton dagegen ist Schwarz ein passender Begleiter für den Industrial Style. Auch die Armaturenhersteller gehen mit diesem Trend ins Rennen. Neuartige Fertigungsverfahren machen es möglich und bieten dunkle Farbabstufungen bis zum tiefen Schwarz an.

Wer spannungsvolle Farbkombinationen mit weniger Knalleffekt sucht, wagt sich an die Königsdisziplin in der farbigen Badgestaltung: die Zusammenstellung mehrerer Farben, die ein harmonisches Gesamtbild ergeben. Farbklänge, die eine Kombination aus mehreren Farben bei gleicher Helligkeit und Qualität darstellen, sind dabei wohl am anspruchsvollsten und gleichzeitig individuellsten. Möglich ist das in allen Farbbereichen. Wichtig: Eine Farbe gibt den Ton an und drei bis vier weitere Farben unterstützen den harmonischen Gesamteindruck.

Ton-in-Ton-Farbkonzepte verleihen dem Badezimmer bei einer mutigen Farbwahl eine ruhige Ausstrahlung. Eine Farbe übernimmt hierbei die Vorherrschaft in der Gestaltung. Für das Interior Design bedeutet Monochromie (Einfarbigkeit) allerdings selten die homogene Gestaltung der Fläche mit einem Farbton, sondern die Abstufung von Flächen mit verschiedenen Abtönungen und Nuancen einer Farbe. Dadurch entsteht ohne Kontraste ein dezent differenzierendes Tiefenbild, das dank der Monochromie eine starke Ausdruckskraft entfaltet.

Ein Paralleltrend ist das in Grün getauchte Badezimmer. Begünstigt wird er durch die Sehnsucht nach einer natürlichen Umgebung, in der die Natur als ursprüngliches Zuhause des Menschen empfunden wird. Zum anderen ist Grün eine angesagte Trendfarbe, die gerade in Kombination mit Pflanzen eine interessante Stimmung erzeugt. Mit Solitärprodukten, wie etwa einer freistehenden Badewanne, kann der Badgestalter ein deutliches Statement abgeben.

Auch Pastelltöne liegen im Einrichtungsbereich im Trend. Mint, Rosa oder ein helles Blau wirken freundlich und setzen farbige Akzente. Mit pastelligen Badezimmern wird eine schöne, neue Welt geschaffen – mal poppig, mal verträumt, aber immer mit einem Hauch Eskapismus. Wird Rosa mit braunen Ausstattungselementen kombiniert – etwa einem hellen Holzfußboden oder entsprechenden Fliesen – betont dies den wohnlichen Charakter.

Blau wird im europäischen Raum immer beliebter. Die Farbe wirkt entspannend, erinnert an die Weite des Himmels und das Element Wasser. Farbanbieter haben die Palette der Blautöne in den letzten Jahren sehr modernisiert. Entstanden sind nicht nur innovative Wandfarben, sondern auch neue Farbvarianten bei Fliesen mit wohnlicher Wirkung. Die Wiederentdeckung des Marmors im Interior Design unterstützt den Einsatz von blauen Sanitärprodukten.

Weiß ist der Klassiker im Bad. Weiß steht für Reinheit und dominiert daher seit Jahrzehnten, gerne auch als Ausgangsbasis für viele Gestaltungsansätze. 45 Prozent der deutschen Bevölkerung entscheiden sich für den zeitlosen, universell kombinierbaren Basis-Ton. Der Grundgedanke ist nachvollziehbar: Die Produkte sollen möglichst lange im Bad glänzen – hygienisch und farblich. Über 80 Prozent der verkauften Keramikprodukte in Deutschland sind weiß. Mittlerweile bieten Sanitärhersteller sogar eine Reihe unterschiedlicher Weißtöne an.

Die Trendshow Pop up my Bathroom im Rahmen der ISH 2019, initiiert von der Messe Frankfurt und der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e.V. (VDS), inszeniert mit „Colour Selection“ in Halle 4.0 im Saal Europa vom 11. bis 15. März 2019 die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von aktuellen Farbtrends im Interior Design für den Sanitärbereich. Zusätzlich zeigt die ISH ein umfangreiches Angebot verschiedener aktueller Branchenthemen der Sanitärwirtschaft und präsentiert zu wichtigen Fragestellungen innovative technische Lösungen. 2019 wird unter anderem in Halle 3.1. zum Thema demografischer Wandel ein Erlebnisraum „Pflegebad 2030“ geschaffen, der von Fachbesuchern getestet werden kann.

Pflegebad mit Wohlfühlfaktor – als Badezimmer und Arbeitsplatz zugleich

Zwei ISH-Besucher vor einer Badewanne

Ein Großteil der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland wird zu Hause betreut. Von den insgesamt über 2,9 Millionen Menschen mit Pflegebedarf leben gut zwei Drittel in den eigenen vier Wänden. Das hat zur Folge, dass das häusliche Umfeld pflegegerecht ausgestattet und gestaltet werden muss. Besonders das Badezimmer steht dabei im Fokus der ambulanten Pflege. Denn hier wird das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit oft am deutlichsten – Pfleger sowie Patient sind bei unpassender Ausstattung großen körperlichen Anstrengungen ausgeliefert.

Das häusliche Pflegebad muss daher viele Anforderungen erfüllen. Die größte Schwierigkeit besteht darin, die richtige Balance zwischen einem wohnlichen, ästhetischen und gemütlichen Raum und einem funktionalen, praktischen Arbeitsumfeld zu finden. Somit ist für die heimische Pflege die Weiterentwicklung und Optimierung des Badezimmers ein zentraler Faktor.

Das Pflegebad der Zukunft

Die Studie „Pflegebad 2030“ untersuchte die notwendigen Standards und Anforderungen an das Bad. Durchgeführt wurde sie vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima in Kooperation mit der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS), dem Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO), dem Sozialverband VDK und der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. Ziel der Studie ist es, Standards für das Pflegebad zu fördern, die Bezuschussung der Pflegekasse für die Umbaumaßnahmen dadurch zu optimieren und bauliche Entwicklungen auf kleinem Raum anzustoßen.

Die erforderlichen Standards zu kennen, ist dabei gleichermaßen wichtig für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen, für das Pflegepersonal, das Handwerk und die Fachexperten. Denn ein häufiges Problem beim Umbauen oder Einrichten des heimischen Pflegebades ist die geringe fachliche Expertise – so gehen dann entscheidende Aspekte während des Umbaus verloren.

Die größte Herausforderung des Pflegebades ist laut Studie die unzureichende Ausstattung vieler Badezimmer. Zum einen sind Bäder oft viel zu klein: Das Durchschnittsbad der Deutschen beträgt nur 9,1 Quadratmeter. Für die Pflege wird jedoch zusätzlicher Platz benötigt, alleine schon durch die Anwesenheit von mindestens zwei Personen – Pflegekraft und Pflegebedürftigem – sowie durch benötigte Hilfsmittel, etwa ein Lift, Haltestangen oder Sitzgelegenheiten. Zum anderen muss sichergestellt werden, dass das Umfeld für beide Personen sicher ist. Verletzungsrisiken, die durch situationsbedingte Unfälle entstehen, müssen minimiert werden.

Toilette

So wird das Bad den persönlichen Bedürfnissen gerecht

Die Studie ermittelt Leitlinien für das Pflegebad – in Bezug auf den Raum selbst, die Technik sowie bauliche Maßnahmen. Die wichtigste Anforderung an das Pflegebad ist die ausreichende Bewegungsfreiheit – besonders im Bereich des Waschbeckens, der Toilette sowie der Dusche. Bereits der Zugang zum Bad sollte barrierefrei gestaltet sein. Stufen und Schwellen haben hier nichts zu suchen. Eine breite Tür sollte den Zutritt zum und aus dem Bad erleichtern. Auch rutschfeste Böden gehören zu einem sicheren Pflegebad. Ausreichend und geschickt integrierter Stauraum und Ablagemöglichkeiten für Arbeits- und Hilfsmittel sowie Hygieneprodukte erleichtern die Arbeit. Dabei sollte die Ausstattung möglichst normal und wenig klinisch aussehen – denn das Wohlbefinden steht im Pflegebad an erster Stelle. Optimierte Temperatur und Belüftung, angemessene und angenehme Beleuchtung sowie ausreichende Steckdosen sorgen für die richtige Arbeits- und Wohlfühl- und Wellnessatmosphäre. Entscheidend für die (Um-)Baumaßnahmen eines Pflegebades ist eine schnelle und möglichst umfassende Umsetzung. Auch die Möglichkeit, von vorneherein einen einfachen Rückbau der Maßnahmen einzuplanen, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Möchten Sie mehr erfahren? Besuchen Sie das Pflegebad der Zukunft auf der ISH 2019. In Halle 3.1 A96 wird ein Erlebnisraum geschaffen, in dem die Besucher das „Pflegebad 2030“ testen können.

Jetzt an der ISH teilnehmen

Für Aussteller

Hier finden Sie alle Informationen rund um Ihren ISH-Auftritt.

Mehr Informationen

Für Besucher

Tipps zur Anreise, Übernachtung oder Öffnungszeiten finden Sie hier.

Mehr Informationen

Für Journalisten

Hier finden Sie Ihre Ansprechpartner sowie Pressetexte und Fotos zum Download.

Mehr Informationen

Die Messe Frankfurt verwendet Cookies, um Ihnen das bestmögliche Besuchserlebnis bieten zu können. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Mehr Informationen